Der tiefe Graben in Hebron

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Wie nähert man sich einer Stadt wie Hebron? Nicht räumlich, sondern emotional und inhaltlich? Grundvoraussetzung dafür: Man muss empfänglich für alles sein und darf auf gar keinen Fall seine Scheuklappen im Gepäck haben. Man muss sein Hirn benutzen, sich seine eigene Meinung bilden. Aufmerksam beobachten, zuhören und sich die Wahrheit Stück für Stück zusammenbasteln. Wie ein Mosaik. Denn Hebron ist kompliziert. Hebron versucht zu täuschen und zu belügen. Hebron ist Frontstadt. Hebron liegt in Israel. Genauer gesagt in der Westbank. Oder in Judäa und Samaria, wie die jüdischen Bewohner ihre Region dort selbst nennen. Im vergangenen Jahr habe ich der Stadt Hebron erstmals einen Besuch abgestattet. Damals noch im Rahmen einer geführten Tour. Jetzt, Anfang Oktober 2014, war ich erneut dort. Ganz alleine und ungeführt machte ich mich am frühen Morgen vom Jerusalemer Busbahnhof auf den Weg in eine Großstadt, die polarisiert und der Innbegriff eines Konfliktes ist, der auch und vor allem in Hebron Tag für Tag mit innigem Hass ausgefochten wird.

Hört man in Deutschland etwas über Hebron in den Medien, dann ist die Quintessenz dieser Meldungen eigentlich immer dieselbe. Jüdische Minderheit unterdrückt arabische Mehrheit. Radikale Siedler, Nationalreligiöse, israelische Armee und Grenzpolizei üben ein Regime der Angst und des Hasses aus. Die Palästinenser sind wie immer die Opfer, die Unterdrückten und müssen unter der jüdischen Herrschaft leiden. So in etwa liest sich fast jeder Artikel in den Zeitungen. SPD-Chef Sigmar Gabriel besuchte vor einiger Zeit Hebron und meinte dort ein System der Apartheid entdeckt zu haben. Was auch immer er damit ausdrücken wollte. In den zahlreichen Berichten und Fernsehbeiträgen rund um Hebron kommen fast immer nur die Palästinenser und deren Fürsprecher zu Wort. Kaum ein Journalist macht sich die Mühe, auch mal mit den rund 900 in der Innenstadt lebenden Juden zu sprechen. Etwas über deren Motivation zu erfahren, warum sie dort im Auge des Sturms ausharren. Und wie sie überhaupt leben können umrandet von mehr als 180.000 arabischen Palästinensern, die nicht zögern würden über sie herzufallen, wenn Armee und Grenzpolizei das nicht Tag für Tag verhindern würden.

Es gibt kein schwarz und kein weiß in Hebron. Es ist eher ein Grauton. Fronten und Grenzen sind vor Ort weniger klar zu erkennen, als man auf Karten zu sehen meint. Sitzt man im gepanzerten Bus von Jerusalem kommend, sind auch hier die Grenzen fließend. Rechts und links der Straße in den Süden tauchen immer wieder feuerrote Warnschilder auf, die israelischen Staatsbürgern untersagen, weiter in diese Richtung zu gehen. Zu gefährlich ist es dort für Israelis. Für Juden. Über den israelischen Vorort Kiryat Arba kommt man ins Zentrum Hebrons. Ins jüdische Zentrum Hebrons. Etwas mehr als eine Stunde ist man von Jerusalem unterwegs. Der Egged-Bus durchfährt zwar die Westbank, ist aber nie direkt auf dem Gebiet der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA). Dieses erstreckt sich rechts und links der Hauptstraße nach Süden. Deshalb die Warnschilder. Man muss sich das wie einen stark gesicherten Schlauch vorstellen, den zum Teil auch Palästinenser mit ihren Fahrzeugen befahren dürfen. Dieser Schlauch beginnt im Jerusalemer Busbahnhof und endet im jüdischen Hebron. Selbstverständlich ist der Weg gesäumt von zahlreichen Checkpoints der Armee. Da die Grenzen gerade in den Außenbezirken verschwimmen und die dort lebenden israelischen Staatsbürger nicht alle ein Auto haben, müssen vor allem die jüngeren Israelis auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückgreifen. Das wurde den drei Yeshiva-Studenten im Frühjahr zum Verhängnis, als sie keinen Bus mehr bekamen und auf eine Mitfahrgelegenheit in einem Pkw hofften. Hamas-Terroristen entführten die drei bei Hebron und ermordeten sie.

Blick auf Hebron und die Höhle der Patriarchen vom Hügel des alten Tel Hevron aus fotografiert. Rund 200.000 Menschen sollen in Hebron selbst und den Vororten leben. Genaue Zahlen sind unbekannt. Hebron ist eine der ältesten Städte der Welt (Foto: B. Glumm)

Blick auf Hebron und die Höhle der Patriarchen vom Hügel des alten Tel Hevron aus fotografiert. Rund 200.000 Menschen sollen in Hebron selbst und den Vororten leben. Genaue Zahlen sind unbekannt. Hebron ist eine der ältesten Städte der Welt (Foto: B. Glumm)

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Israelis ihre Landsleute ein Stück mitnehmen. Ich habe das in Hebron selbst erlebt, als ich mit meinem Freund David Wilder – Sprecher der jüdischen Gemeinde in Hebron – in seinem Wagen durch das jüdische Viertel im Zentrum unterwegs war. Am Straßenrand stehen israelische Landsleute und zeigen an, dass sie gern mitgenommen werden möchten. So hatte David sein Auto schnell voll und setzte seine „Fahrgäste“ an den gewünschten Bushaltestellen ab. Gelebte Solidarität und ganz normal. Wahrscheinlich haben die drei Schüler auch auf diese Praxis gehofft und darauf vertraut, dass ein Israeli sie schon mitnehmen würde. Das wurde ihnen zum Verhängnis. Es ist von Vorteil, wenn man sich in Hebron grob auskennt. Zumindest, wenn man als Ausländer alleine unterwegs ist. Denn nur so weiss man ganz genau, wann man aussteigen sollte. Ich kannte die Höhle der Patriarchen vom Vorjahr und hatte auch noch die dortige Bushaltestelle im Kopf, an der ich dann auch ausstieg. Die Treppen hoch zu haMachpela nahm ich schnellen Schrittes und setzte mich auf dem kleinen Vorplatz auf eine Bank. Hier wollte mich David gegen 10 Uhr morgens treffen.

Als ich Hebron besuchte, war Ferienzeit. Es knubbelten sich die jüdischen Feiertage. Und wir waren kurz vor Jom Kippur, dem wichtigsten aller Feiertage im Judentum. Entsprechend viel war in Hebron los. Überall tummelten sich religiöse Menschen. Auf dem Vorplatz zur Höhle der Patriarchen war eine Gruppe Jungs, die offensichtlich Religionsunterricht hatten und lautstark Bibelverse aufsagten. Das dachte ich zumindest, denn verstanden habe ich kein Wort. David war sehr pünktlich und holte mich um kurz nach 10 Uhr ab. In seinem Auto drehten wir eine ausführliche Runde durch sein Hebron. Zunächst fuhren wir nach oben einen Berg hinauf, den ich schon im vergangenen Jahr kennenlernen dürfte. Damals habe ich diesen zu Fuß erklommen und war oben ziemlich außer Atem. Umso bequemer fuhr uns David nach oben ins alte Tel Hevron. Dort erklärte er mir die Geschichte seiner Stadt. Für das Judentum ist Hebron neben Jerusalem eine der wichtigsten Städte überhaupt. Denn in der Höhle der Patriarchen sind biblischer Überlieferung nach die Erzväter – bzw. die Erzeltern Abraham und Sarah, ihr Sohn Isaak und seine Frau Rebekka sowie deren Sohn Jakob und seine Frauen Lea und Rachel – begraben. Hebron war für die Juden immer wichtig. Und es lebten immer Juden in Hebron. Lange bevor der Islam überhaupt zu existieren begann. David erklärte mir, dass es nur zwei kurze Phasen gab, in der in Hebron keine Juden lebten. Das war während der Zeit der Kreuzfahrer im 12. Und 13. Jahrhundert. Und zwischen 1929 und 1967.

1929 hatten Araber in Hebron ein Massaker an ihren jüdischen Nachbarn verübt, deren Besitz zerstört und ihr Land übernommen. 67 Menschen wurden ermordet. Die britische Mandatsregierung evakuierte daraufhin die überlebenden jüdischen Bewohner Hebrons und ließ sie aus Sicherheitsgründen auch später nicht zurück. Die jordanische Regierung, die Hebron seit 1948 regierte, untersagte Juden die Wiederansiedlung und das Betreten von haMachpela. Erst 1967 konnte jüdisches Leben nach Hebron zurückkehren, nachdem Israel während des Sechstagekrieges die Westbank eingenommen hatte. Seitdem sind sie geblieben und haben auch nicht vor wieder zu gehen. Für viele Beobachter im Westen – Journalisten, Politiker und auch so genannte Nahost-Experten – halten sich Juden heute unrechtmäßig in Hebron auf. Warum? Waren sie dort schon immer unrechtmäßig? Was hat sich 1967 im Vergleich zu 1750 oder dem Jahr 500 n. Chr. geändert? Ich persönlich stehe auf dem Standpunkt, dass die Juden in Hebron ein Recht haben dort zu leben. Genau wie die Araber auch. Der Unterschied zu damals scheint heute jedoch zu sein, dass es Israelis sind, die sich dort bewaffnet in alle Richtungen absichern. Juden, die in Hebron keine Opfer mehr sein möchten. Damit haben offenkundig die Araber sowieso, aber auch viele westliche Beobachter ein Problem. Zumindest ist das meine Wahrnehmung.

Unterwegs mit David im jüdischen Viertel Hebrons. Die Israelis haben sich hier eingerichtet und werden nicht gehen. Das unterstrichen alle meine Gesprächspartner an diesem Tag. Was man nicht sieht: Überall befinden sich Posten der Armee, die auf Leib und Leben der Juden Hebrons aufpassen müssen (Foto: B. Glumm)

Unterwegs mit David im jüdischen Viertel Hebrons. Die Israelis haben sich hier eingerichtet und werden nicht gehen. Das unterstrichen alle meine Gesprächspartner an diesem Tag. Was man nicht sieht: Überall befinden sich Posten der Armee, die auf Leib und Leben der Juden Hebrons aufpassen müssen (Foto: B. Glumm)

Im alten Tel Hevron oben auf dem Hügel fanden in der Vergangenheit archäologische Ausgrabungen statt. Auch momentan wird dort fleißig gebuddelt. An einer Stelle wurden Teile der antiken Stadtmauer und sogar alte Fußböden ausgegraben. Die Araber vor Ort quittieren die Bemühungen der Juden, ihre Geschichte in Hebron aufzuarbeiten, auf ihre ganz eigene Weise. Beispielsweise nutzen sie einige Ausgrabungsstätten als Müllhalde. Es ist traurig zu sehen, dass man auf so subtile Weise versucht dem anderen zu schaden. David erklärte mir, dass die jüdische Gemeinde quasi keinerlei Kontakt zu ihren arabischen Nachbarn hat. Es finden weder Gespräche statt, noch kommt man sich zu sonstigem Austausch in irgendeiner Form näher. Ein mehr als bedenklicher Zustand, wenn eine direkte Begegnung beider Bevölkerungsgruppen nur noch in der tätlichen Auseinandersetzung stattfindet. Traurige Realität. Inmitten dieser unübersichtlichen Gemengelage steht die Armee. Überall im jüdischen Wohnbezirk stehen junge Soldaten Wache oder patrouillieren. Jeder ist sich bewusst, dass ohne bewaffnete Truppen auf der Wacht ein jüdisches Leben in Hebron heute unmöglich wäre. Das alles ließ mich ratlos zurück. Hier die jüdischen Bewohner, die ihr Recht auf Leben in Hebron wahrnehmen und auch wehrhaft verteidigen. Dort die arabische Mehrheitsbevölkerung, die den Juden genau dieses Recht abspricht. Nicht minder wehrhaft und oft auch tödlich. Hebron ist zwar durchaus eine geteilte Stadt. Aber nicht vergleichbar mit Berlin beispielsweise. Die Palästinenser bewohnen mehr als 95 Prozent des Stadtgebietes (H1). Der Rest ist für die Juden. In der Zone H2 laufen sich beide Gruppen sogar mal über den Weg.

Araber quittieren die archäologischen Ausgrabungen der Israelis auf ihre Art und laden beispielseise ihren Müll dort ab. Die Araber Hebrons versuchen alle Ausgrabungen so gut wie möglich zu stören oder ganz zu verhindern. Sie haben Angst davor, dass Fundstücke zutage kommen, die ein jüdisches Hebron belegen und damit den Anspruch der Juden unterstreichen. Ähnliches spielt sich in Jerusalem am Tempelberg ab (Foto: B. Glumm)

Araber quittieren die archäologischen Ausgrabungen der Israelis auf ihre Art und laden beispielseise ihren Müll dort ab. Die Araber Hebrons versuchen alle Ausgrabungen so gut wie möglich zu stören oder ganz zu verhindern. Sie haben Angst davor, dass Fundstücke zutage kommen, die ein jüdisches Hebron belegen und damit den Anspruch der Juden unterstreichen. Ähnliches spielt sich in Jerusalem am Tempelberg ab (Foto: B. Glumm)

Nach unserer ausführlichen Rundfahrt lud mich David ins Gemeindehaus Beit Hadassah ein. Dort wird derzeit renoviert, so dass das Museum geschlossen war. David und seine Familie leben dort und haben mehrere Wohnungen in den oberen Stockwerken. In seinem Wohnzimmer hatte ich die Gelegenheit, mit ihm ausführlich über die Belange der Juden in Hebron zu sprechen. David wirkte müde. Es war ihm während seines jahrelangen Engagements nur selten möglich, auch die Sicht der jüdischen Bevölkerung einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auch wenn er immer Besuch aus der ganzen Welt empfängt, darunter Journalisten und ranghohe Politiker, war seine Sicht der Dinge nur selten gefragt. Viel zu oft kämen Menschen zu ihm, die eine Meinung bereits im Gepäck hätten. So erinnerte er sich an Politiker aus Deutschland, die ihm demonstrativ den Handschlag verweigert hätten. An ein Gespräch war nicht zu denken, auch wenn er immer den Kontakt suchen würde. „Ich erkläre unsere Belange immer sehr ruhig und auf einer sachlichen Ebene. Auch wenn mein Gegenüber dabei sehr emotional reagiert“, machte David deutlich. Aber auch andere Besucher würden den Weg in die Stadt finden. Wie seinerzeit Gäste der Adenauerstiftung, die sich sehr interessiert auch für das jüdische Hebron zeigten. Es ist leider wahr. Ich kann mich an keinen Fernsehbeitrag erinnern, der sachlich über Hebron berichtet. Die Berichte sind überwiegend einseitig, nur die hässlichen Dinge werden gezeigt. Je länger ich bei David war, desto ratloser wurde ich. Er zeigte mir sein Schlafzimmer, das die Familie während der Intifada mit Sandsäcken absichern musste. Palästinenser schossen auf die Fenster der jüdischen Häuser. Die Einschläge hat David konserviert. Gespenstisch. Ein Geschoss landete in seinem Schlafzimmerkrank. Weitere im Flur der Wohnung. Ein anderes durchlöcherte Bücher in einem Regal. Zu jener Zeit lebten auch seine Kinder in der Wohnung.

Bei David Wilder zu Hause. Während der beiden Intifada standen die Juden in Hebron unter Beschuss. Und zwar sprichwörtlich. Dieses Fenster musste Familie Wilder mit Sandsäcken absichern, da die Palätinenser damals auf die Fenster der jüdischen Häuser schossen. Mehr als einmal schlugen Projektile ein (Foto: B. Glumm)

Bei David Wilder zu Hause. Während der beiden Intifada standen die Juden in Hebron unter Beschuss. Und zwar sprichwörtlich. Dieses Fenster musste Familie Wilder mit Sandsäcken absichern, da die Palästinenser damals auf die Fenster der jüdischen Häuser schossen. Mehr als einmal schlugen Projektile ein (Foto: B. Glumm)

Es gehört viel Überzeugung und wohl auch sehr viel Glaube dazu, unter solchen Bedingungen leben zu können und auch zu bleiben. Nicht ohne Stolz erzählte mir David, dass nur sehr wenige Juden aus Hebron weggezogen seien, als es richtig brenzlig wurde. Denn sie alle standen permanent unter Beschuss. „Dieser Beschuss hat doch nur das Ziel, uns hier zu vertreiben. Jede Rakete auf Tel Aviv hat das Ziel, die Israelis aus Israel zu vertreiben“, betonte David im Gespräch mit mir. Dem wolle man sich nicht beugen. Auch seine zahlreichen Kinder und Enkel leben in Hebron und sind zum Teil direkte Nachbarn von Papa/Opa Wilder. Wie stellt sich David die Zukunft für seine Gemeinde vor? Eine Frage, die ihn nachdenklich machte. Ich merkte, dass er seine Ziele im Lauf der Jahre immer weiter zurückstecken musste. So würde es ihm heute fast schon genügen, wenn auch die Israelis in Hebron ein Haus bauen dürften oder etwas Land kaufen könnten. Denn all das ist momentan nicht möglich. Auf der einen Seite die Palästinensische Autonomiebehörde, die arabischen Bürgern per Gesetz verbietet, Land an Juden zu verkaufen. Dort die israelische Regierung, die unschlüssig ist, wie sie mit den Hebroner Juden umgehen soll. Einerseits sichert sie mit Waffengewalt die Präsenz der Juden in Hebron, da sie sich bewusst ist, wie wichtig der Ort für alle Juden ist. Andererseits verbietet die Regierung eine Ausbreitung der jüdischen Enklave mitten in der Stadt. Wohl wissend, dass jeder falsche Schritt in Hebron internationale Auswirkungen hat. Mit Argusaugen schaut die Welt auf Hebron. Und schlechte Presse hat Israel genug. Entsprechend eng kann einem die jüdische Wirklichkeit in Hebron vorkommen.

Von Frieden und von echter Einigung zwischen Israelis und Palästinensern war während meines Besuchs gar keine Rede mehr. Ich selbst ertappte mich bei dem Gedanken, dass es niemals zu einem Frieden kommen kann. Man redet ja noch nicht einmal miteinander. Zu sagen, die Israelis sind die Bösen und die Palästinenser sind die Opfer in diesem Konflikt allgemein und in Hebron speziell, wird der Sache nicht gerecht. Nicht annähernd. Die Palästinenser und ihre Anführer sind blind vor Hass und Antisemitismus. Die Israelis auf der anderen Seite haben aufgegeben und sind fatalistisch geworden. Eine ungesunde Komposition für einen Frieden. Und je mehr ich darüber sinniere und je länger dieser Artikel wird, desto weniger sehe ich eine Lösung der ganzen vertrackten Geschichte. David fuhr mich zurück nach Kiryat Arba zur Bushaltestelle. Wir verabschiedeten uns sehr freundschaftlich und ich freute mich sehr darüber, dass er mir sagte, dass ich stets willkommen sei. Als ich im Bus zurück nach Jerusalem saß, war ich zwar schlauer als vorher. Aber nicht hoffnungsvoller. Es war eine sehr nüchterne Erfahrung, so tief in einen Konflikt einzutauchen, der so unlösbar scheint und diesen tiefen Graben offenbarte. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, denn die Menschen dort kennenzulernen ist eine ganz große Erfahrung für mich gewesen. Ich werde Hebron wieder besuchen und mit meinem Freund David Wilder reden, worauf ich mich schon jetzt sehr freue. Jeder, der das auch tun möchte, soll mich bitte anschreiben. Den Kontakt stelle ich her. Es wird gut für die eigene Perspektive sein.

Text und Fotos von Bastian Glumm – Alle Rechte vorbehalten

Weitere Infos:

Jüdische Gemeinde in Hebron

David Wilders Kolumne in der Jerusalem Post „The Wilder Way“

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