Archive for the ‘Islam’ Category

Israel 2014: Von Yahel nach Mitzpe Ramon

Dezember 22, 2014

Als ich im vergangenen Jahr in Einot Tzukim sehen konnte, wie weit sich das Tote Meer in den letzten Jahrzehnten zurückgezogen hat, war ich echt baff. An einer Stelle haben die Parkbetreiber ein Schild aufgestellt, auf dem die Jahreszahl 1984 zu lesen ist. Daneben unverkennbar eine kleine Rampe, auf der man seinerzeit in den Salzsee steigen dürfte. Aber wo ist das Tote Meer hin? Man muss schon genau hinschauen, um es in dieser Süßwasseroase in der Judäischen Wüste zwischen Schilf und Palmen einige Hundert Meter weiter hinten zu entdecken. Wirklich erschreckend. Ist dieser Anblick ansich schon besorgniserregend, ist der fallende Pegel des Toten Meeres beim Baden echt lästig. Ob nun in Ein Gedi, in Kalia Beach oder anderswo: bis man am Ufer ist, muss man teilweise klettern, sich gut festhalten und balancieren. Für ältere Leute nicht einfach!
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Überstürzte Flucht aus Jerusalem

Oktober 30, 2014

Die Straßenbahn in Jerusalem hat Vor- und Nachteile. Einer der großen Vorteile ist beispielsweise, dass sie nur eine einzige Linie bedient. Denn mehr gibt es in Jerusalem noch nicht. Also kann man sich nicht groß vertun und eigentlich auch nicht verfahren. Einer der Nachteile ist, dass die Bahn zu manchen Uhrzeiten derart überfüllt ist, dass ich lieber zu Fuß meinen Weg durch die Heilige Stadt gesucht habe. Überfüllung und nur eine Linie dürften hier kausal zusammenhängen. Als ich mir auf dem Herzlberg die Gräber der großen israelischen Staatenlenker angeschaut habe, kam ich dort aber bestens mit der Straßenbahn hin.
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Der tiefe Graben in Hebron

Oktober 20, 2014

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Wie nähert man sich einer Stadt wie Hebron? Nicht räumlich, sondern emotional und inhaltlich? Grundvoraussetzung dafür: Man muss empfänglich für alles sein und darf auf gar keinen Fall seine Scheuklappen im Gepäck haben. Man muss sein Hirn benutzen, sich seine eigene Meinung bilden. Aufmerksam beobachten, zuhören und sich die Wahrheit Stück für Stück zusammenbasteln. Wie ein Mosaik. Denn Hebron ist kompliziert. Hebron versucht zu täuschen und zu belügen. Hebron ist Frontstadt. Hebron liegt in Israel. Genauer gesagt in der Westbank. Oder in Judäa und Samaria, wie die jüdischen Bewohner ihre Region dort selbst nennen. Im vergangenen Jahr habe ich der Stadt Hebron erstmals einen Besuch abgestattet. Damals noch im Rahmen einer geführten Tour. Jetzt, Anfang Oktober 2014, war ich erneut dort. Ganz alleine und ungeführt machte ich mich am frühen Morgen vom Jerusalemer Busbahnhof auf den Weg in eine Großstadt, die polarisiert und der Innbegriff eines Konfliktes ist, der auch und vor allem in Hebron Tag für Tag mit innigem Hass ausgefochten wird.

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Jerusalemer Bewegtbilder

September 3, 2014

Hier nur ein ganz kurzer Post. Hab ja noch Unmengen ungenutzter Filmclips von meinen Touren durch Israel. Deshalb habe ich jetzt nochmal ein wenig gestöbert und aus ein paar Jerusalemer Szenen diesen kurzen Film zusammengeschnitten. Das im Grunde nur als klitzekleine Möglichkeit zur Visualisierung des Gelesenen. So ein paar Bewegtbilder können nach den Unmengen an Text nicht schaden. Ich denke, dass die Reihe über Jerusalem insgesamt fünf Teile haben wird. Kommende Woche wird es dann weitergehen. In dreieinhalb Wochen bin ich schon wieder nach Israel unterwegs. Fliege diesmal von Berlin-Schönefeld mit EasyJet. Vier Tage Jerusalem, jeweils ein Tag am Toten Meer und im Kibbuz Yahel, drei Tage in Mitzpe Ramon und nochmal drei Tage in Yafo stehen dieses Jahr auf dem Programm. Auch Hebron werde ich wieder besuchen.

ירושלים – Jerusalem – Teil 2

August 20, 2014

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Morgens in aller Frühe ist die Jerusalemer Altstadt leer. Die Ladenlokale sind geschlossen und die Gassen gehören jetzt den unzähligen Katzen der Heiligen Stadt. Diese halten sich tagsüber lieber bedeckt und meiden den Trubel der Menschenmassen. Nachts jedoch stört sie niemand und in Pulks bevölkern sie Plätze und Straßen. Auseinander streben sie nur, wenn eine der zahlreichen Patrouillen der Grenzpolizei vorbei schlendert. Ist es dunkel und ist die Jerusalemer Altstadt leer, dann kann sie durchaus einen unheimlichen Eindruck hinterlassen. Man fühlt sich auf einmal nicht mehr sicher. Doch diese Sorge ist vollkommen unbegründet.
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ירושלים – Jerusalem – Teil 1

August 18, 2014

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Der Weg vom Ecce-Homo-Bogen zur Grabeskirche ist zumindest auf der Karte kein allzu weiter. Ein paar Schlenker durch die Altstadt und schon ist man da. Hat man allerdings ein geliehenes Kreuz auf dem Buckel und schleicht bedächtig in einer vielköpfigen Gruppe singend durch das Jerusalemer Gassengewirr, dann kann der Weg durchaus dauern. Zumal diese christlichen Pilgergruppen vor jeder der 14 Stationen des Kreuzweges Halt machen. Für sie spielt es keine Rolle, dass sich die Wissenschaft weitestgehend einig ist, dass der aus dem Mittelalter stammende Kreuzweg nicht der Weg ist, den Christus wohl genommen haben dürfte, als er sein Kreuz zum Kalvarienberg trug. Und sie interessiert es ebenfalls nicht, dass sich die Straßen und Wege Jerusalems aus der Zeit Christi inzwischen rund zwei Meter unterhalb des heutigen Straßenniveaus befinden. 2000 Jahre Schutt, Trümmer und Geröll liegen heute darüber.

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Judenhass feiert gruselige Renaissance

Juli 22, 2014

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Morgens auf dem Weg zur Arbeit höre ich ganz gern mal WDR 5. Keine Werbung, eine unaufgeregte Präsentation des Programms und meist recht fundierte Reportagen. Im Grunde genau das Richtige, um morgens nicht direkt schlechte Laune zu bekommen. Regelmäßig hat der Sender eine Presseschau im Programm. Dort wird die Berichterstattung der großen deutschen Zeitungen zu bestimmten Themen zusammengefasst und vorgetragen. Jetzt war also mal wieder Israel an der Reihe. Um genau zu sein: Die Leitartikel rund um die antisemitischen Ausfälle in deutschen Großstädten in den vergangenen Wochen. Auffällig dabei ist der Umstand, dass manche Zeitungen den Terminus „Antizionismus“ noch immer derart gegen einen Antisemitismusvorwurf verteidigen, dass sie selbst nicht mehr bemerken, wie sehr sie den Weg der objektiven Berichterstattung verlassen haben. Man könnte fast den Verdacht bekommen, dass sie sich ertappt fühlen.

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Lähmende Illusion vom Frieden

Juli 9, 2014

Also alles wieder auf Null, das Drama geht weiter, die Vorhänge öffnen sich erneut. Es ist schon erschreckend, wie ähnlich das Szenario im Vergleich zum Jahr 2012 ist. Zwar mögen die Gründe für die Eskalation verschiedene sein, doch die Art und Weise, wie dieser Konflikt jetzt wieder geführt wird, ist vergleichbar mit den Geschehnissen von vor zwei Jahren. Wieder ertönen die Sirenen in israelischen Großstädten. Wieder die verwackelten und nur schwer erträglichen Handyaufnahmen, auf denen Menschen zu sehen sind, die in Panik in Hauseingänge hechten. Mit Kindern an der Hand, die nicht selten lauthals weinen. Im Hintergrund heulen die Sirenen ohrenbetäubend. Wieder feuert die Hamas aus dem Gazastreifen Unmengen an Raketen auf israelisches Gebiet und wieder putzt das geniale Luftabwehrsystem Iron Dome der israelischen Armee zahlreiche dieser Flugkörper aus. Die israelische Luftwaffe antwortet mit Angriffen auf Gaza. Wie konnte es soweit kommen? Es war doch zuletzt relativ ruhig in der Region?

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Märchenstunden der Meinungsmacher (UPDATE)

Juni 26, 2014

Es ist sicher richtig, dass der Blick in die Leserkommentarspalten der so genannten „Qualitätsmedien“ nicht zwingend ein Spiegelbild der deutschen Gesellschaft zeigen muss. Dafür ist die breite Masse zu faul, alles immer im Internet kommentieren zu müssen. Es sind dann doch eher die Eiferer, die sich zu ganz bestimmten Ereignissen viel zu ausführlich zu Wort melden. Und doch kann einem Angst und Bange werden, wenn man lesen muss, was zu bestimmten Themen dort en masse daherfabuliert wird. Da vermischt sich Ressentiment mit Unwissen und Ideologie mit blankem Hass. Kaum eine vernünftige Stimme kann sich da noch Gehör verschaffen. Und wenn, dann wird sie gnadenlos niedergeschmiert. Derartiges passiert tatsächlich bei den meisten Online-Portalen der großen Zeitungen. Und nicht nur bei denen, die für eine tendenziöse Berichterstattung ohnehin ihren Ruf weghaben.

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Berlin – ברלין

April 11, 2014

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Eigentlich ist mein Namensgedächtnis ja nicht das schlechteste. Jetzt aber wurde es gehörig auf die Probe gestellt. An den ersten beiden Tagen des Besuchs der fünf israelischen Kollegen hatte ich echte Schwierigkeiten, Noam von Naomi und die beiden Yorams auseinanderzuhalten. Nur Yifzhak kam ohne Namensvetter nach Berlin, so dass ich zumindest ihn bereits am Montag namentlich zuordnen konnte. Auf Einladung des Pressenetzwerkes für Jugendthemen aus Bonn, dürfte ich den offiziellen Besuch der fünf israelischen Kolleginnen und Kollegen in Berlin mit der Kamera begleiten, was Organisator Jörg Wild dankenswerterweise möglich machte. Los ging es also montags im Motel One am Moritzplatz im pittoresken Berlin-Kreuzberg.

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