Judenhass feiert gruselige Renaissance

Juli 22, 2014

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Morgens auf dem Weg zur Arbeit höre ich ganz gern mal WDR 5. Keine Werbung, eine unaufgeregte Präsentation des Programms und meist recht fundierte Reportagen. Im Grunde genau das Richtige, um morgens nicht direkt schlechte Laune zu bekommen. Regelmäßig hat der Sender eine Presseschau im Programm. Dort wird die Berichterstattung der großen deutschen Zeitungen zu bestimmten Themen zusammengefasst und vorgetragen. Jetzt war also mal wieder Israel an der Reihe. Um genau zu sein: Die Leitartikel rund um die antisemitischen Ausfälle in deutschen Großstädten in den vergangenen Wochen. Auffällig dabei ist der Umstand, dass manche Zeitungen den Terminus „Antizionismus“ noch immer derart gegen einen Antisemitismusvorwurf verteidigen, dass sie selbst nicht mehr bemerken, wie sehr sie den Weg der objektiven Berichterstattung verlassen haben. Man könnte fast den Verdacht bekommen, dass sie sich ertappt fühlen.

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Lähmende Illusion vom Frieden

Juli 9, 2014

Also alles wieder auf Null, das Drama geht weiter, die Vorhänge öffnen sich erneut. Es ist schon erschreckend, wie ähnlich das Szenario im Vergleich zum Jahr 2012 ist. Zwar mögen die Gründe für die Eskalation verschiedene sein, doch die Art und Weise, wie dieser Konflikt jetzt wieder geführt wird, ist vergleichbar mit den Geschehnissen von vor zwei Jahren. Wieder ertönen die Sirenen in israelischen Großstädten. Wieder die verwackelten und nur schwer erträglichen Handyaufnahmen, auf denen Menschen zu sehen sind, die in Panik in Hauseingänge hechten. Mit Kindern an der Hand, die nicht selten lauthals weinen. Im Hintergrund heulen die Sirenen ohrenbetäubend. Wieder feuert die Hamas aus dem Gazastreifen Unmengen an Raketen auf israelisches Gebiet und wieder putzt das geniale Luftabwehrsystem Iron Dome der israelischen Armee zahlreiche dieser Flugkörper aus. Die israelische Luftwaffe antwortet mit Angriffen auf Gaza. Wie konnte es soweit kommen? Es war doch zuletzt relativ ruhig in der Region?

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Märchenstunden der Meinungsmacher (UPDATE)

Juni 26, 2014

Es ist sicher richtig, dass der Blick in die Leserkommentarspalten der so genannten „Qualitätsmedien“ nicht zwingend ein Spiegelbild der deutschen Gesellschaft zeigen muss. Dafür ist die breite Masse zu faul, alles immer im Internet kommentieren zu müssen. Es sind dann doch eher die Eiferer, die sich zu ganz bestimmten Ereignissen viel zu ausführlich zu Wort melden. Und doch kann einem Angst und Bange werden, wenn man lesen muss, was zu bestimmten Themen dort en masse daherfabuliert wird. Da vermischt sich Ressentiment mit Unwissen und Ideologie mit blankem Hass. Kaum eine vernünftige Stimme kann sich da noch Gehör verschaffen. Und wenn, dann wird sie gnadenlos niedergeschmiert. Derartiges passiert tatsächlich bei den meisten Online-Portalen der großen Zeitungen. Und nicht nur bei denen, die für eine tendenziöse Berichterstattung ohnehin ihren Ruf weghaben.

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Sechstagekrieg 1967 – Sturm auf Ammunition Hill

Mai 28, 2014

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Ist das Ergebnis des Sechstagekrieges als solches historisch mehr als umstritten, war es der Konflikt als auslösender Moment ohnehin. Aber auch innerhalb der israelischen Führung wurde lange debattiert, gestritten und bis zuletzt gefeilscht, wen man wann angreift. Und ob es überhaupt notwendig gewesen sei. In diesem Kontext ist es deshalb eigentlich eher überraschend, dass der Angriff auf Ost-Jerusalem gegen die Widerstände des israelischen Verteidigungsministers Mosche Dajan durchgesetzt wurde. Gerade Jerusalem, wo sich Israelis und Jordanier seit Israels Staatsgründung 1948 und dem Waffenstillstand von 1949 an einer stark gesicherten Grenze Aug in Aug gegenüberstanden.

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Mit Peter Finkelgruen in Gießen

April 29, 2014

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Es gibt diese Leben. Leben, deren Wege einen Menschen rund um den Globus führen. Nicht nur als Tourist oder einfacher Reisender. Nein, das Schicksal war der Steuermann. Und natürlich sind solche Lebenswege nicht nur von freudigen Ereignissen geprägt. Peter Finkelgruen könnte davon ein Lied singen, wenn er seine Lebensgeschichte nicht längst schon zu Papier gebracht hätte. Peter Finkelgruens Leben ist nämlich so eine Geschichte, die es sich zu erzählen lohnt. Auf Einladung des Jüdischen Nationalfonds-KKL e.V. kam Finkelgruen jetzt in die Räume der Jüdischen Gemeinde ins nordhessische Gießen, um sie zu erzählen. Knapp 30 Gäste folgten der Einladung des JNF-KKL und lauschten den Ausführungen des Journalisten und Schriftstellers.

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Berlin – ברלין

April 11, 2014

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Eigentlich ist mein Namensgedächtnis ja nicht das schlechteste. Jetzt aber wurde es gehörig auf die Probe gestellt. An den ersten beiden Tagen des Besuchs der fünf israelischen Kollegen hatte ich echte Schwierigkeiten, Noam von Naomi und die beiden Yorams auseinanderzuhalten. Nur Yifzhak kam ohne Namensvetter nach Berlin, so dass ich zumindest ihn bereits am Montag namentlich zuordnen konnte. Auf Einladung des Pressenetzwerkes für Jugendthemen aus Bonn, dürfte ich den offiziellen Besuch der fünf israelischen Kolleginnen und Kollegen in Berlin mit der Kamera begleiten, was Organisator Jörg Wild dankenswerterweise möglich machte. Los ging es also montags im Motel One am Moritzplatz im pittoresken Berlin-Kreuzberg.

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Mai 2012 – Jericho und Betlehem

März 21, 2014

(bgl) Westjordanland im Mai 2012 – Innerhalb eines Jahres 20 Bücher über Israel zu lesen, das ist eine Sache. Dann die Probe aufs Exempel vor Ort zu machen eine ganz andere. Da wäre ich doch seinerzeit fast am Shabbat gescheitert. Gerade in Jerusalem, wo sie alle ihre Geschäfte zumachen und vor lauter Angst bzw. Genervtheit vor den Haredim erst tags darauf wieder aufmachen. Glücklicherweise habe ich den MacDonalds um die Ecke gefunden und der hatte auch auf. Die Taschenkontrolle am Eingang vom bewaffneten Wachmann war mir da nur recht und billig. Denn jener Tag war anspruchsvoll, interessant und für mich sehr aufschlussreich. Heute ging es etwas früher los. Da ich aus Erfahrung klug geworden bin, habe ich meinen Ausflug nach Betlehem und Jericho erstens auf den Samstag gelegt und zweitens den Bus zum Mamilla Hotel bestellt, damit die mir nicht wieder irgendwelche fiktiven Abholpunkte nennen (wie im Jahr zuvor). Das Mamilla ist in der Nähe das Jaffa Tors und vom Hotel Montefiore in einer guten Viertelstunde fußläufig zu erreichen. Der Bus kam etwa eine halbe Stunde zu spät, was aber durchaus im Rahmen der hier so üblichen Abholpünktlichkeit zu sein scheint. Zunächst wurde die gesamte Busladung zum Mount Scopus Hotel gebracht und ausgeladen. In der Lobby war einiges los, denn hier koordinierten sich die Tagestouren kreuz und quer.

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Zum Abi nach Israel

März 7, 2014

Es gibt diese Momente, in denen Julia Kritschmar besonders viel Überzeugungsarbeit leisten muss. Da können die Argumente noch so gut sein, manchmal beisst sie anfänglich einfach auf Granit. „Jüdische Mütter geben ihre Kinder halt nur ungern her“, schmunzelt die Berlinerin. Und auch so manche Gemeinde begegnet der Repräsentantin des Naale-Programms im deutschsprachigen Raum zuweilen etwas reserviert. Das aber vollkommen unbegründet, wie Julia Kritschmar klar stellt: „Wir nehmen niemandem sein Kind weg“. Rund 15.000 junge Menschen haben seit dem Start des Programms ihren Weg aus der Diaspora nach Israel gefunden, um dort ihr Abitur zu machen. Und das ganz ohne Eltern! Aus Deutschland kommen jährlich rund zehn Teenager nach Eretz Israel. Zukünftig sollen es noch mehr werden. „An diesem Programm nehmen 26 Schulen teil, die alle mit Internaten verbunden sind. Die Kinder werden dann in Israel die 10., 11. und 12. Klasse durchlaufen“, erklärt Julia Kritschmar.
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Mai 2012 – Eilat

Februar 24, 2014

(bgl) Eilat im Mai 2012Der Blick nach Osten geht rüber nach Jordanien. Dort liegt nicht nur die Hafenstadt Aqaba, sondern auch das Wadi Rum. Ich dürfte das Farbenspiel bewundern, das sich hier offensichtlich jeden Abend abspielt, wenn die Sonne im Westen hinter den Bergen Eilats in Ägypten langsam verschwindet. Dann wird das Wadi mit seinen markanten Gebirgsformationen angestrahlt von einer warmen Restsonne und die Farben Ocker, Rotbraun und sogar Dunkelorange entfalten sich in eindrucksvoller Pracht. Ein wahrhaftiges Naturschauspiel, das meine Fotos hier nicht wirklich wiedergeben können. Das waren meine ersten prägenden Eindrücke in Eilat, in Israels Außenposten im äußersten Süden des kleinen Landes. Israels Zugang zum Roten Meer und Enklave mitten in der lebensfeindlichen Negev-Wüste. Eine kleine Stadt, die ihr enormes touristisches Potenzial erkannt hat und voll ausschöpft.

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Mai 2011 – Yad Vashem

Februar 10, 2014

(bgl) Jerusalem im Mai 2011Mir war natürlich von Anfang an klar, dass auch diese Reise nicht komplett so verlaufen wird, wie ich sie geplant habe. Das wäre ja auch schon zu unheimlich. Wie sagte Moltke so schön: „Der beste Plan hält nur bis zum ersten Feindkontakt!“ Es war geplant bzw. ich hatte in Deutschland schon einen Tagesausflug nach Nazareth gebucht. Und natürlich auch schon bezahlt. Ich hätte also morgens um sechs Uhr an einem „Panorama Hotel“ beim Damaskustor warten sollen, dort würde man mich abholen. So hat man es mir schriftlich mitgeteilt. Klingt zunächst einmal gut, nur gibt es dort weit und breit kein „Panorama Hotel“, was ich nach einstündiger Suche in den frühen Jerusalemer Morgenstunden im Antlitz meines Schweißes entsetzt feststellen musste (später konnte ich herausfinden, dass es ein „Dan Panorama Hotel“ am anderen Ende der Stadt gibt). Ich habe daraufhin meine Suche abgebrochen, bin zurück zum Österreichischen Hospiz gehetzt und habe der Firma direkt eine Mail nach Haifa geschickt und darum gebeten, mir einen anderen Termin für diese Woche zu geben. Diesen bekam ich dann glücklicherweise einen Tag später und alles war dann am Ende doch noch gut.

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